
Frau Rindlisbacher, welches war Ihr Traumberuf als Kind?
Ich erinnere mich an verschieden Phasen. Da ich gerne Lyonerwurst ass, wollte ich mal „Metzgersfrau“ werden, später Sportreporterin, aber seit der 6. Klasse kristallisierte sich mein Wunsch je länger je mehr zur Chemielaborantin heraus, was ich dann auch wirklich lernte.
Was haben Sie in der Schule fürs Leben gelernt?
Bereits in der Primarschule lernte ich, mich beharrlich für das Erreichen meiner persönlichen Ziele durchzusetzen und wenn immer möglich mich selbst zu bleiben.
Welches war das grösste schulische Drama für Sie?
Beim Stricken lernen war ich an sich gerne dabei. Ich strickte aber fast „meditativ“ Masche um Masche. Das Ergebnis war sehr schön und von einer Qualität, die mit dem Produkt aus einer Strickmaschine vergleichbar war – nur brauchte ich dafür viel mehr Zeit als meine Klassenkameradinnen. Diese durften dann zusätzliche Sachen, oft nach Wunsch anfertigen, was ich auch sehr gerne getan hätte, aber mir fehlte eben die Zeit dazu.
Ab der 3. Klasse wurde das Thema „Rechnen“ für mich zu einem Drama. Je länger je weniger verstand ich nicht, wieso ich, über die Grundoperationen hinaus, so kompliziert rechnen lernen sollte. Der Praxisbezug war für mich selten ersichtlich, ausser, wenn meine Eltern es verstanden, mir wenigstens für das Erledigen der Hausaufgaben einigermassen nachvollziehbare Beispiele zu geben.
Ein weiteres Drama für mich war, dass viele Lehrer, aufgrund der erreichten Noten in den Hauptfächern, über „gute“ und „schlechte“ Schülerinnen entschieden.
Auf welche schulischen Leistungen in Ihrer Jugendzeit sind Sie besonders stolz, oder denken Sie gerne zurück?
Obwohl ich an die 3. – 4. Klasse Lehrerin nicht sehr viele gute Erinnerungen habe, entdeckte ich Dank ihr die Ansätze des Anfertigens von traditionellen Scherenschnitten. Später, lange nach der Schulzeit wurde dies eine Freizeitbeschäftigung von mir, womit ich sogar etwas Geld verdienen konnte.
Ein besonders interessante Tatsache ist, dass ich es, mit meist ungenügenden Noten im Rechnen, trotzdem schaffte, ziemlich früh und rasch eine Lehrstelle zu meinem Traumberuf als Chemielaborantin zu bekommen.
Chemie und Physik faszinierten mich als Schulfächer, diese Themen konnte ich gut nachvollziehen. Dadurch wurde das Erreichen meines Berufswunsches gefördert.
Welchen beruflichen Weg haben Sie eingeschlagen?
Nach meiner Lehre als Chemielaborantin arbeitete ich 3 Jahre in einem Routinelabor des Inselspitals. Während dieser Zeit hielt ich Ausschau nach einer guten Stelle in einem Forschungslabor. Nach drei Jahren ging dieser Wunsch in Erfüllung und ich fand meine Traumstelle im sogenannten „Thromboselabor“ des Inselspitals. Unter anderem hatte ich die Gelegenheit, an interessanten Studien zu den Themen „Höhenmedizin und Bergkrankheit“ mit zu arbeiten, hinzu betreute ich Praktikantinnen und Praktikanten.
Während dieser Zeit fasste ich den Entschluss, mich auch als Laborantin freiwillig zum Rotkreuzdienst zu melden. Über diese Organisation des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) konnte ich mich im Rahmen des Sanitätsdienstes der Schweizer Armee engagieren und Zusatzkompetenzen für einen möglichen Auslandeinsatz erwerben.
Nach 12 Jahren an dieser Stelle wurde ich für 4 Monate beurlaubt und konnte so am ersten UNO-Einsatz der Schweizerarmee teilnehmen. In dieser Zeit fasste ich den Entschluss, dass ich das Thema „Friedenserhaltende Einsätze der Armee“ in Zukunft auch zu meinem beruflichen Thema machen will.
Weitere zwei Jahre später rief ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort im „Militärdepartement“ an und erreichte wiederum eine Traumstelle. Zusammen mit meinem Vorgesetzten und einem Team von Skandinavischen Berufsoffizieren als Kernteam bauten wir den ersten internationalen „Schweizerischen Kurs für UNO-Militärbeobachter“ auf. Parallel dazu waren die ersten Schweizer Offizier als UNO-Militärbeobachter im Einsatz, für deren Rekrutierung und Einsatzbetreuung ich mit zuständig war. Ich wusste bald einmal, dass ich dazu beitragen wollte, dass solche Einsätze auch für Frauen ein Thema sein würden, was mir 1995 gelungen ist.
Später, ab dem Jahr 2000 arbeite ich an weiteren Stellen beim Bund und in der Privatwirtschaft, bis ich 2002 zum SRK wechselte. Dort hatte ich in verschiedenen Bereichen verschiedene Aufgaben. Seit 1.1.2006 bin ich im SRK die Chefin des Rotkreuzdienstes.
Sie waren die erste Frau in der Schweiz , welche zum UNO-Militärbeobachter ausgebildet wurde. Wie war das für Sie ?
Damit ging ein weiterer Traum für mich in Erfüllung, der teilweise seine Wurzeln auch in meiner Kindheit hatte. Als ich ca. 8 jährig war, sah ich zusammen mit meinen Eltern, bei Nachbarn im Fernsehen einen Bericht der UNO-Truppen im Golan. Die Bilder zeigten, wie sich UNO-Soldaten aus aller Welt im Nahen Osten zur Weihnachtsfeier in einer Kapelle besammelten. Vor der Kapelle legten alle ihre Waffe nieder, in der Kapelle sangen sie während der Feier, alle in ihrer Landessprache, „Stille Nacht, heilige Nacht“. Meine Eltern erklärten mir, um was es in der Reportage ging und ich beschloss für mich ganz alleine, dass ich später auch mal solche Einsätze leisten will.
Mit meiner erfolgreichen Kursteilnahme verschaffte ich mir die Möglichkeit für einen erneuten UNO-Einsatz von 1997 bis 98 in Kroatien. Ab diesem wurden weitere Schweizer Frauen aus der Armee für diese Funktion rekrutiert und eingesetzt.
Anlässlich meiner absolvierten Ausbildung wurde in der Schweiz eine Presse- und Medienmitteilung verfasst, die auf ein äusserst breites Interesse gestossen ist. In jeder Tageszeitung erschienen Hinweise, grosse Zeitungen machten Reportagen, das Schweizer Fernsehen, 3 Sat und Lokalradios brachten Interviews und Reportagen zu diesem „Ereignis“.
Mich freute dieses grosse Interesse, denn so konnte ich in einem einmalig breitem Rahmen viel dazu beitragen, dass das Thema „Friedenserhaltende Einsätze“ dem Schweizervolk besser präsent wurde.
Zusätzlich machte ich sehr viele persönliche Erfahrungen, die mein Selbstbewusstsein stärkten und mir auch die Gewissheit gaben, dass ich mit meinem Einsatz etwas Sinnvolles bewegen kann.
Was hat Sie bewogen, die Ausbildung als dipl. Erwachsenenbildner HF an der SELF zu absolvieren?
Mit meinen Erfahrungen in der beruflichen Tätigkeit und in Auslandeinsätzen habe ich mir viele zusätzliche Kompetenzen, viele Erfahrungen und viel Wissen erworben.
Für das berufliche Weiterkommen versuchte ich, dies in meinem CV darzustellen. In meinen Bewerbungen um weitere Stellen realisierte ich aber, dass die meisten möglichen, zukünftigen Arbeitgeber nicht viel damit anfangen konnten. Mein Werdegang entspricht nicht einem klassischen Weg und ich hatte keine allgemein bekannten und anerkannten Aus- und Weiterbildungsabschlüsse aufzuweisen.
Während meinen beruflichen Tätigkeiten und auch im Rotkreuzdienst kam ich immer wieder mit einer Rolle als Ausbildnerin in Berührung, was mir immer Spass machte. So wusste ich, dass ein nächster Schritt in meiner beruflichen Tätigkeit im Ausbildungs- und Führungsbereich gehen soll und dass ich mir dazu eine fundierte Ausbildung leisten will. Damit wollte ich auch meinen „Marktwert“ für die Zukunft steigern.
Im Internet stiess ich in meinen Recherchen eines Tages auf die SELF und ich wusste gleich, dass dieses Konzept des erkenntnisorientierten Lernens auf mich gewartet hat!
Besonders überraschte mich das Aufnahmeverfahren. Für mich schien es beinahe unglaublich, dass meine bisherigen, nicht sehr klassischen Erfahrungen aus der beruflichen Tätigkeit und auch die Kader- und Spezialausbildungen aus der Armee und der UNO anerkannt wurden.
Welche Faktoren waren für Sie ausschlaggebend?
Ein paar Faktoren waren ausschlaggebend. Besonders spielte vor der Anmeldung sicher das persönliche Gespräch mit der Ausbildungsleitung eine Rolle. Ich bekam alle Fragen sehr ausführlich, geduldig und detailliert beantwortet. Dass die Ausbildung an der SELF berufsbegleitend möglich ist, dass der Praxisbezug zur aktuellen beruflichen Tätigkeit besonders gewichtet wird und die nicht sehr hohen Ausbildungsgebühren, stellten für mich wichtige Faktoren dar,
Was haben Sie von dieser Ausbildung profitiert?
Ich lernte sehr viel über mich selbst und ich lernte, mich präziser auszudrücken und meine Wertvorstellungen entsprechend zu äussern. Besonders profitierte ich auch vom prozessorientierten Lernen, vor allem in den Lern- und Projektgruppen. Die gesamte Ausbildung war ein Riesengewinn!
Was war das tollste Lernerlebnis während der SELF – Ausbildung?
Im Gesamten war meine SELF - Zeit ein Genuss! Bis anhin konnte ich mir nicht vorstellen, dass Lernen so lustvoll sein kann. Ich freute mich auf jeden Ausbildungstag und ich befand mich in einer sehr lernfördernden Umgebung. Auch die Auseinandersetzung mit der Diplomarbeit habe ich genossen.
Wenn Sie nochmals am Ausbildungsbeginn stehen würden, auf welche Lernziele würden Sie sich konzentrieren?
Ich würde mich wahrscheinlich nochmals auf dieselben Ziele konzentrieren.
Warum?
Die Konzentration auf meine Lernziele hat mich in jeder Beziehung und mit nachhaltiger Wirkung weiter gebracht. Auch 4 Jahre nach der Ausbildung kann ich davon profitieren.
Was würden Sie neuen Studierenden der SELF raten?
Sicher würde ich ihnen raten, offen, flexibel, lustvoll und auch teamorientiert die Ausbildung zu absolvieren.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?
Die Vielseitigkeit meines beruflichen Alltages ist sehr gross und ich kann, resp muss sehr selbständig arbeiten. Der Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen und Institutionen gefällt mir sehr.
Wo können Sie das Gelernte am besten umsetzen?
Besonders erfreulich ist für mich, dass es mir gelingt, meinen Teammitgliedern ihre individuellen Potentiale aufzuzeigen und sie darin mit Erfolg zu fördern.
Zu meinen Aufgaben gehört die Leitung eine Pools von freiwilligen Frauen mit einem medizinischen Beruf.
Dies verlangt die Fähigkeit, alle Poolangehörigen, ihren beruflichen Erfahrungen und individuellen Möglichkeiten entsprechend, zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Funktion für Einsätze in Katastrophensituationen einzuplanen. Eine gute Übersicht über den Pool zu haben und jederzeit, sehr rasch Auskunft über das Potential des Pools geben zu können ist Voraussetzung.
Vernetztes Denken und systemisches Vorgehen konnte ich an der SELF üben.
Welche Perspektiven haben sich durch Ihre Ausbildung an der SELF eröffnet?
Die Möglichkeit, mich beruflich selbständig zu machen, war vor meiner Zeit an der SELF nie ein Thema. Seither weiss ich, dass ich mit den vielseitigen, an der SELF erworbenen Zusatzkompetenzen, in vielen Bereichen beruflich selbständig machen kann. Zusätzlich machte ich die Erfahrung, dass immer mehr Arbeitgeber wissen, was Mitarbeitende mit einem Diplom als Erwachsenenbildnerin HF bieten können. Also ist die Marktwertsteigerung nicht von der Hand zu weisen.
Was würden Sie als Ihren grössten beruflichen Erfolg bezeichnen?
Ich staune selbst wenn ich feststelle, wie mein beruflicher Werdegang nicht einem sehr klassischen Schema entspricht. Mir ist es trotzdem immer wieder gelungen, meine persönlichen Ziele zu erreichen und dabei habe ich viele Chancen als Quereinsteigerin wahrnehmen können. Dies sei offenbar in der Schweiz selten möglich, habe ich mir von Bekannten sagen lassen, die im Ausland diesbezüglich positivere Erfahrungen gemacht haben.
Dass ich dabei immer wieder das Vertrauen meiner Vorgesetzten geniessen durfte, half mir zu vielen beruflichen Erfolgen. Dazu gehörten auch viele negative Erfahrungen, an denen ich aber schlussendlich lernte, mich besser durchzusetzen.
Worüber ärgern Sie sich an Ihrem heutigen beruflichen Umfeld?
Es ärgert mich, wenn Vorgesetzte davon ausgehen, dass ihre Mitarbeitenden blind und naiv sind.
Ebenso ärgere ich mich, wenn Vorgesetzte moderne Schlagworte wie z.B. Work-Life Balance, Mitarbeiterförderung u.s.w. in Leitbildern verwenden, wobei es sich dann herausstellt, dass es sich in den formulierten Absichten nur um Lippenbekenntnisse handelt.
Ein weiterer Punkt der mich ärgert ist, wenn Vorgesetzte und Arbeitskollegen Machtpositionen und Wissensvorsprung dazu missbrauchen, Mitarbeitenden Angst einzuflössen und sie unter Druck zu setzen.
Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Authentisch sein, gesund bleiben und das Umfeld zu achten, führen sicher zum Erfolg, aber es spielen auch viele andere Faktoren eine wichtige Rolle.
Aus welcher Lebenssituation haben Sie am meisten gelernt?
Die Werte, die ich als Kind von meinen Eltern und Geschwistern mitbekam, unterstützten mich weit über die Schweizergrenzen hinaus. Während meinen Reisen im Ausland, aber auch in meinem Alltag zuhause habe ich erfahren, wie ich möglichst ohne Berührungsängste von anderen Kulturen lernen kann.
Welches sind die drei wichtigsten Tugenden eines Vorgesetzten?
Für mich ist es wichtig, dass Vorgesetzte ein gutes Vorbild sind, klare Zielsetzungen kommunizieren und die anvertrauten Mitarbeitenden in ihren Stärken fördern.
Wer ist für Sie ein persönliches oder berufliches Vorbild?
Seit Jahren stellt Kofi Annan ein persönliches Vorbild dar. Gründe dafür gibt es viele. Unter anderem schätzte ich sein persönliches Engagement und seine Stellungnahmen zu schwierigen Themen. Ohne dass er eine laute Stimme haben muss, verschafft er sich Gehör. Ich hatte das Privileg, anlässlich eines seiner Besuche in der Schweiz persönlich seinen festen, warmen Händedruck zu spüren und ein paar persönliche Worte mit ihm zu sprechen. Diese Begegnung bestätigte mich in meiner Einschätzung.
Spontan kommt mir als Vorbild auch Pippi Langstrumpf in den Sinn. Ihr spontanes, zielstrebiges und verspieltes Wesen fasziniert mich.
Wie stellen Sie Ihre Work - Life- Balance sicher?
Als ich die Ausbildung an der SELF begann, reduzierte ich mein Arbeitspensum erstmals im Berufsleben von 100% auf 80%. Seither habe ich das Pensum nicht mehr erhöht. Durch die so gewonnene zusätzliche Freizeit geniesse ich wenn immer möglich mit Bewegung, in der Natur und mit kulturellen Veranstaltungen. Ich verbringe gerne Zeit mit Freunden, Bekannten und Familie, bin aber auch gerne alleine und geniesse es, in den Tag zu leben.
Welche Ziele möchten Sie noch erreichen?
Ich bin weiterhin offen für Neues und Interessantes, das mich weiter bringt und wo ich etwas bewirken kann.
Bei welcher neuen oder beruflichen Herausforderung würden Sie sofort zusagen?
Wenn mir jemand in der Stadt Bern an einem See, einen Rebberg, samt Winzerlehre, Winzer, einem Rebhaus mit Carnozet und den notwendigen finanziellen Mitteln zur Verfügung stellen würde.
Wenn eine Fee Ihnen drei Wünsche erfüllen könnte, welche wären das?
Eines Morgens möchte ich erwachen und mindestens 5 Fremdsprachen beherrschen, dazu müssten Arabisch, Chinesisch und Russisch gehören.
Einen Flug zu Mond, wenn möglich mit Mondspaziergang. Mindestens die Schwerelosigkeit möchte ich ausgiebig erleben können und den Mond möchte ich von hinten sehen.
Ich möchte gerne gesund und glücklich mindestens 100 jährig werden.
Frau Rindlisbacher, herzlichen Dank für das Interview.
Kurzportrait:
Frau Brigitte Rindlisbacher hat im Dezember 2003 als dipl. Erwachsenenbildnerin HF an der SELF abgeschlossen. Ihre Diplomarbeit hat sie dem Thema „Mit Ritualen und Ressourcen zu mehr Kreativität gewidmet.
Ihr beruflicher Werdegang führte von Chemielaborantin über Fachbeamtin im VBS zu Projektleiterin im SRK.
Heute arbeitet sie als Chefin Rotkreuzdienst beim Schweizerischen Roten Kreuz.
In Ihrer Freizeit findet man sie beim Pilze sammeln, Schneeschuhlaufen, auf der Suche nach Trouvaillen an Brocanten, bei einem Glas Wein und guten Essen, zusammen mit Freunden, Familie und Bekannten oder alleine, an einem Konzert, im Kino, beim herzhaften Faulenzen oder auf Reisen.

Herr Marti, welches war Ihr Traumberuf als Kind?
Pilot, Lokomotivführer, so wie sich das gehört….
Was haben Sie in der Schule fürs Leben gelernt?
Eine schwierige Frage! Sicherlich Lesen, Schreiben und Rechnen. Selbstverständlich auch ruhiges Sitzen und still sein…, was mir besonders schwer fiel!
Welches war das grösste schulische Drama für Sie?
Das Unverstandensein bei einer Lehrerin nach einem Wohnortswechsel in der dritten Klasse. Sie hat mich zu Beginn dermassen abschätzig behandelt, dass ich vor lauter Unverstanden sein und Angst nicht mehr in die Schule wollte. Meine Mutter hat das Ganze dann in einem Gespräch geklärt und wir haben uns gefunden.
Auf welche schulischen Leistungen in Ihrer Jugendzeit sind Sie besonders stolz, oder denken Sie gerne zurück?
Auf gelungene Klassenprojekte (Verkehrsberuhigung, Theater, Konzerte). Und einmal ist es mir gelungen in Mathematik eine 6.25 zu erreichen. Dies war für mich unfassbar.
Welchen beruflichen Weg haben Sie eingeschlagen?
Gruppenleiter in zwei Institutionen für Menschen mit Behinderung, Geschäftsführer der Stiftung für Schwerbehinderte Grenchen
Was hat Sie bewogen, die Ausbildung als dipl. Erwachsenenbildner HF an der SELF zu absolvieren?
Das ganzheitliche und prozessorientierte Ausbildungskonzept und meine berufliche Situation.
Welche Faktoren waren für Sie ausschlaggebend?
Das ganzheitliche Menschenbild und das Führungsverständnis: Führung ist Bildung, Bildung ist Führung.
Was haben Sie von dieser Ausbildung profitiert?
Meine Prozess-, Selbst- und Führungskompetenz sind gewachsen und wurden gestärkt.
Ich habe mich auf den Weg zu mir gemacht.
Die Bedeutung der Selbstverantwortung ist mir enorm bewusst geworden.
Was war das tollste Lernerlebnis während der SELF – Ausbildung?
Da gab es ganz viele. Doch immer wieder war ich überrascht, zu was eine Gruppe fähig war, wenn eine echte Zusammenarbeit stattfand. Dies hat sich auch auf unseren Betrieb übertragen: Wir haben eine flache Hierarchie und funktionieren mit Arbeits- und Projektgruppen.
Wenn Sie nochmals am Ausbildungsbeginn stehen würden, auf welche Lernziele würden Sie sich konzentrieren?
Auf diejenigen, welche sich aufgrund der Bedarfs- und Bedürfnisanalyse herauskristallisieren. Entscheidend ist, dass diese wirklich vertieft durchgeführt wird.
Warum?
Weil diese Ziele mit der aktuellen Lebenssituation und ihren Fragestellungen und Herausforderungen übereinstimmen.
Was würden Sie neuen Studierenden der SELF raten?
Selbstverantwortung, Aufmerksamkeit und Engagement jederzeit und überall!
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?
Die tägliche Begegnung mit Menschen und ihren unterschiedlichen Lebenssituationen und die Auseinandersetzung mit ihnen.
Wo können Sie das Gelernte am besten umsetzen?
In meiner Arbeitsorganisation und meinem Zeitmanagement (könnte ich wieder einmal überprüfen und optimieren..), in Arbeits- und Projektgruppen, Beratungen, Sitzungen, Kriseninterventionen, eigentlich immer und überall in meinem Alltag.
Welche Perspektiven haben sich durch Ihre Ausbildung an der SELF eröffnet?
Die Kraft und Macht von Wissen, wenn dieses gemeinsam erschlossen und nutzbar gemacht wird. Das kollektive Lernen als unversiegbare Energiequelle.
Das oben bereits genannte Führungsverständnis.
Was würden Sie als Ihren grössten beruflichen Erfolg bezeichnen?
Unsere Betriebskultur, unsere Konzepte und unser Leitbild, welche alle durch einen kollektiven Lern- und Arbeitsprozess entstanden sind, unseren Neubau und die Inbetriebnahme desjenigen.
Das viele Lachen und die Lebensfreude in unserem Alltag.
Das Sammeln von 2.5 Mio. Sfr. Für unseren Neubau und die breite Unterstützung dieses Projektes durch viele Menschen.
Worüber ärgern Sie sich an Ihrem heutigen beruflichen Umfeld?
Die weit verbreitete Verwaltungs- und Vollkaskomentalität und die damit verbundene Papierflut!
Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Selbstverantwortung
Leidenschaft
Lebensbejahende Haltung, Glaube an die eigene Kraft
Welches sind die drei wichtigsten Tugenden eines Vorgesetzten?
Klarheit und Kongruenz
Empathie
Geduld und Lernbereitschaft
Wer ist für Sie ein persönliches oder berufliches Vorbild?
Jeder Mensch, der sich voll für eine Idee und Überzeugung einsetzt. An diese glaubt, diese beharrlich verfolgt und nicht beim ersten Windstoss umkippt.
(z.B. Mutter Theresa, Ghandi und viele Helden des Alltags, von denen wir nie etwas hören.)
Wie stellen Sie Ihre Work-Life-Balance sicher?
Familie und Partnerschaft, Fussball spielen und Junioren trainieren, Lesen, Garten, Freundeskreis.
Welche Ziele möchten Sie noch erreichen?
Die Umsetzung des Konzeptes nach Beendigung des Bauprojektes in diesem August. Weiterentwicklung des Verbesserungs- und Wissensmanagements im Betrieb und Ausbau des kollektiven Lernens im Sinn unserer begleiteten Menschen.
Bei welcher neuen oder beruflichen Herausforderung würden Sie sofort zusagen?
Ich fühle mich im Moment rundum Wohl und am richtigen Ort und sehe, wie unsere Vision schrittweise umgesetzt wird und noch werden kann.
Wenn eine Fee Ihnen drei Wünsche erfüllen könnte, welche wären das?
Weltfrieden
Mehr Menschlichkeit
Abschaffen des Geldes
Herr Marti, herzlichen Dank für das Interview.
Kurzportrait:
Patrick Marti hat im Dezember 2003 als dipl. Erwachsenenbildner HF an der SELF abgeschlossen. Seine Diplomarbeit hat er dem Thema der lernenden Organisation gewidmet.
Sein beruflicher Werdegang führte vom Sonderschulheim Blumenhaus über das Behindertenheim Oberwald zu der Stiftung für Schwerbehinderte Grenchen
Heute arbeitet er als Gesamtleiter bei der Stiftung für Schwerbehinderte Grenchen.

Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildner sind gefragt und viel beschäftigt!
So hat es also eine Weile gedauert, bis Regula Gerber uns einige Fragen zu ihrer Person und ihrer Arbeit beantworten konnte.
Um so mehr freuen wir uns, dass wir sie portraitieren dürfen. Als Berufsbildnerin/Erwachsenenbildnerin HF unterrichtet, berät, führt, leitet, plant und organisiert Regula Gerber im Bundesamt für Informatik und Telekommunikation, Bern.
http://www.bitzubis.admin.ch/index.php?menu=60100
Unterwegs im Seminarhotel Aeschipark trafen wir Regula Gerber und fragten die ehemalige SELF-Studierende.
Hier ihre Antworten:
Frau Gerber, welches war Ihr Traumberuf als Kind?
Es machte mir Freude, wenn ich meine Grossmutter zum lachen bringen konnte. Deshalb wollte ich Clown werden.
Was haben Sie in der Schule fürs Leben gelernt?
Die ganze obligatorische Schulzeit ging irgendwie an mir vorbei. Ich war viel zu verträumt, um überhaupt etwas mitzukriegen. Ich fragte mich dauernd, was das eigentlich sollte. Erst in der 8. Klasse geriet ich an einen Lehrer, der meine Neugierde weckte und mich Struktur lernte.
Welches war das grösste schulische Drama für Sie?
Meine 3.- und 4.- Klasse-Lehrerin. Das war eine griesgrämige Person mit einem schmalen, verkniffenen Mund. Sie mochte mich nicht leiden und zeigte mir das auch deutlich. Das war insofern ein Drama, als das es damals um den Übertritt in die Sekundarschule ging, den sie mir gründlich vermieste.
Auf welche schulischen Leistungen in Ihrer Jugendzeit sind Sie besonders stolz oder denken Sie gerne zurück?
Leider habe ich keine solchen Erinnerungen an die Schulzeit. Ich erinnere mich daran, dass wir in der Pause Klassenkämpfe hatten, dass im Treppenhaus des Schulhauses Bilder „der schwarzen Spinne“ hingen, die mich faszinierten, dass wir den Lehrpersonen viele Streiche spielten*, dass ich einmal in der grossen Pause in ein hüfttiefes Loch voller Wasser lief (verträumt wie ich war) und mich heim umziehen gehen musste und dass mich „Guge“, die eigentlich Ruth hiess, in einer kurzen Pause zwischen zwei Lektionen „aufklärte“... An Leistungen - und dann noch an solche, auf die ich stolz wäre – erinnere ich mich leider nicht.
* Im Biologieunterricht das Skelett mit einem Mitschüler im Schrank versteckt und während des Unterrichts den Lehrer erschreckt. Ballone mit Wasser gefüllt und aus dem Fenster auf die Fussgänger geworfen. Der Handarbeitslehrerin farbige Fadenabschnitte auf die Haare deponiert und sie so nach dem Unterricht ins Coop einkaufen lassen gehen...
Welchen beruflichen Weg haben Sie eingeschlagen?
Ich machte zuerst eine Berufslehre und lernte Papeteristin. Danach habe ich in einem anderen Betrieb eine Zusatzlehre als Detailhandelsfachfrau angehängt. Das waren damals noch separate Berufe.
Danach ging ich erst mal für ein halbes Jahr nach Paris, um die Sprache zu lernen.
Und dann kam eine typisch weibliche – weil überhaupt nicht gradlinige –berufliche Laufbahn. Ich berechnete in einer AHV-Kasse Renten, war die erste weibliche Innenverkäuferin für MICHELIN-Pneus, leitete eine Verkaufsadministration eines nationalen Detailhandelsunternehmens, führte das Sekretariat eines Kleingewerblers, gründete und führte 7 Jahre ein eigenes Sportgeschäft, war Vorstandsmitglied des Gewerbevereins, Lehraufsichtskommissionsmitglied, Fachexpertin für Anlehrabschlüsse, Teilprojektleiterin eines nationalen gewerkschaftlichen Bildungsprojektes, kurzzeitig selbständige Beraterin, Geschäftsleitungsassistentin, Projektleiterin, Sachbearbeiterin, Lehrmeisterin (schnauft) sonst noch was? (lacht)
Was hat Sie bewogen, die Ausbildung zur dipl. Erwachsenenbildnerin HF an der SELF zu absolvieren?
Es gab einen Punkt, an dem ich wusste, noch 25 Jahre Erwerbsleben vor mir zu haben und nicht als Sachbearbeiterin pensioniert werden zu wollen.
Es folgte ein sehr mühsamer Entscheidungsprozess in dem ich viele Aus- und Weiterbildungen prüfte. Nie war etwas dabei, das mich wirklich begeisterte. Dieser Prozess bekam ein Arbeitskollege hautnah mit. Dieser fragte mich – nach unzähligen Diskussionen zum Thema Weiterbildung, völlig entnervt: „Ja gopf, was wosch de eigentlech!“ - und da konnte ich es auf einmal formulieren. „Ich will Arbeitsbedingungen schaffen, in denen sich Menschen entfalten und weiterentwickeln können“ Danach war der Weg zur SELF nur folgerichtig.
Welche Faktoren waren für Sie ausschlaggebend?
Das Lerndesign der SELF gefiel mir sehr! Die SELF bot mir Lernbedingungen, in denen ich mich entfalten und weiterentwickeln konnte. Ich konnte also genau diesen Prozess durchleben, den ich für andere gestalten wollte/will.
Was haben Sie von dieser Ausbildung profitiert?
Ich lernte Entwicklungsprozesse nicht nur zu beobachten, sondern auch zu gestalten. Dies kommt mir fast täglich zu Gute, wenn ich eine Sitzung, einen Workshop oder ein Gespräch leite.
Was war das tollste Lernerlebnis während der SELF – Ausbildung?
Es gab viele tolle Erlebnisse, doch ich möchte nicht ein einzelnes hervorheben. Das Tollste ist die Summe des Gesamten – das Wachsen durch neue Erfahrungen und deren Reflexion.
Wenn Sie nochmals am Ausbildungsbeginn stehen würden, auf welche Lernziele würden Sie sich konzentrieren?
Das fällt mir sehr leicht zu sagen: Ausschliesslich auf die Selbstkompetenz. Im Bereich der Theorie auf das Wissen, im Bereich der Praxis auf das Können.
Warum?
Die Ausbildung der Selbstkompetenz beinhaltet, Eigenmotivation, Disziplin, Ehrgeiz, Geduld, Fehler- und Frustrationstoleranz, Selbständigkeit, Konzentration, Problemlösungsstrategien, Selbstwert, Ausdruck, Auftreten... ein wahres Minenfeld von verschiedenen Empfindungen und Antreibern. Diese zu kennen, beeinflussen, steuern und vielleicht auchzu tolerieren, scheint mir sehr wertvoll.
Was würden Sie neuen Studierenden der SELF raten?
Dasselbe, was mir geraten wurde: „Geniesse das erste Jahr!“ Ich konnte es leider mangels Geduld nicht umsetzen.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?
Das jeder Tag unberechenbar anders ist. Ich bin verantwortlich für 21 Informatik-Lernende im 1. und 2. Lehrjahr. Auch wenn meine Planung vorsieht ein Schulungskonzept zu erstellen, kümmert sich der Zoff zwischen Lernender/m und Praxisbildner/in, oder ein Liebeskummer, oder Lernschwierigkeiten, oder eine kurzfristige Beratung nicht darum!
Wo können Sie das Gelernte am besten umsetzen?
In arbeite als Berufsbildnerin und bin für den Fachbereich Methodik/Didaktik verantwortlich. Sämtliche Vorhaben, die wir für unsere 41 Lernenden und/oder 30 Praxisbildner/innen planen oder durchführen, überprüfe ich auf methodisch- didaktische Konsistenz. Dabei hilft mir alles, was ich in den 3 Schwerpunktthemen „Organisationsleitung“ / „Projektleitung“ und „Kursleitung“ gelernt habe. Insbesondere, weil die Verknüpfungen der verschiedenen Themen in der SELF den Fokus auf den Menschen hatte.
Welche Perspektiven haben sich durch Ihre Ausbildung an der SELF eröffnet?
Im Laufe der Ausbildung wurde ich in meinem beruflichen Umfeld aktiver wahrgenommen. Ich wurde in Projekten, Kommissionen oder als Beraterin mit neuen Themen, Aufgaben oder Rollen konfrontiert.
Was würden Sie als Ihren grössten beruflichen Erfolg bezeichnen?
Die stetige Weiterentwicklung…?
Worüber ärgern Sie sich an Ihrem heutigen beruflichen Umfeld?
Die langen Verwaltungswege, mangelnde Mut- und Entscheidungsfreude und die dadurch entstehenden Innovationshindernisse.
Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Beharrlichkeit, Toleranz und eine grosse Portion Glück oder Zufall – wie Sie wollen.
Aus welcher Lebenssituation haben Sie am meisten gelernt?
Aus den Niederlagen! Die Tiefschläge liessen mich wachsen. Sie taten zum Teil extrem weh – aber ich möchte sie nicht missen.
Welches sind die drei wichtigsten Tugenden einer Vorgesetzten?
Vertrauen geben, Herausforderung bieten und Freiraum schaffen
Wer ist für Sie ein persönliches oder berufliches Vorbild?
Ich mag das Wort Vorbild nicht sonderlich und möchte es durch Bild ersetzen. Vorbild impliziert für mich ein nachahmen. Bild hingegen bedeutet für mich ein einzelner Mosaikstein eines grossen Bildes. Ein Bild, das mir spontan einfällt, ist Frau Sabine Asgodom, die ich an einem Kongress kennen lernte. Sie beeindruckte mich aufgrund ihres Werdegangs, ihres Witzes, ihrer Klug- und Frechheit, ihrer Rhetorik, ihrer enormen Körperfülle und ihrer unglaublichen Präsenz.
Wie stellen Sie Ihre Work-Life-Balance sicher?
Ich habe da ein paar Mittel dazu. Mein liebstes Mittel ist faulenzen, bis die Fetzen fliegen. Ich gönne mir ab und zu Abende oder auch mal einen Wochenendtag, an denen ich rein gar nix mache – das ist schööön!
Dann hilft mir meine Vielseitigkeit ,die Balance zu behalten. Ich fahre Motorrad (660 ccm2), bin Sporttaucherin, treibe etwas Sport, pflege sehr gerne unseren Garten, lese und schreibe und dann sprechen Sie vermutlich meine grosse Leidenschaft an: Das Theater. Ich bin seit über 25 Jahren vor, auf, neben und hinter der Theaterbühne aktiv.
Sind sie auf der Bühne ein anderer Mensch?
Nein, ich stelle bloss einen anderen Menschen dar. Dieser ist aber sehr stark mit meinen persönlichen Erfahrungen und Empfindungen verknüpft. Ich kann ja nichts darstellen, was sich nicht in irgendeiner Weise aus mir schöpfen lässt.
Was nehmen Sie vom beruflichen Alltag mit auf die Bühne?
Meine Beobachtungen von Verhaltens- und Kommunikationsweisen von Menschen. Natürlich beschränken sich diese nicht nur auf den beruflichen Alltag. Hier sind die Beobachtungen allerdings sehr ergiebig, weil viele Menschen im beruflichen Umfeld meinen, eine Rolle spielen zu müssen. Da sie allerdings keine Profischauspieler sind, fallen sie immer wieder aus der Rolle und hier beginnen die interessanten Beobachtungen. Es gibt ja viele Menschen, die immer wieder betonen, Privat und Beruf sei für sie ein grosser Unterschied. Als ob wir die Privatperson bei der Stempeluhr ablegen und nach 8,4 Stunden wieder anziehen würden. (lacht)
Was nehmen Sie von der Bühne mit in den Beruf?
Die Schauspielerei schult in der (Bühnen) Präsenz. Ich scheue mich nicht vor Menschen zu stehen und etwas zu präsentieren. Allerdings gibt es da einen kleinen Unterschied: Es macht mir nichts vor 600 Menschen in eine Theater-Rolle zu schlüpfen. Wenn ich die Regula Gerber zeigen soll, dann habe ich mehr Lampenfieber, worüber mir die Konditionierung aber etwas hinweg hilft.
Wo kann man Sie in der nächsten Zeit auf der Bühne sehen?
Oh, dann benutze ich doch die Gelegenheit und mache gleich etwas Werbung für www.moitiemoite.ch (ab Juli 2007 online) dasetwasandereTheater, welches ich im Januar mit einem Bühnenpartner gegründet habe. Wir studieren zurzeit ein Zweipersonenstück „Die besten Tage meines Lebens“ ein. Was für ein positiver Titel, nicht wahr? Ab 14. Dezember gehen wir auf Schweizer Tournee. Ach ja... uns kann man übrigens auch engagieren für ein Firmenfest oder so...
Welche Ziele möchten Sie noch erreichen?
Ich habe viel geplant und dann ist doch alles anders gekommen. Ich möchte noch etwas gelassener werden – hoffentlich hilft mir hierbei das zunehmende Alter.
Bei welcher neuen oder beruflichen Herausforderung würden Sie sofort zusagen?
Ich würde sehr gerne in der Organisationsentwicklung arbeiten, wo man sich als „lernende Organisation“ versteht. Dort möchte ich Strukturen schaffen, die es den Mitarbeitenden erlaubt, sich – zum Nutzen der Organisation - zu entfalten und weiterentwickeln zu können. Ich bleibe meiner Mission treu. (lacht)
Wenn eine Fee Ihnen drei Wünsche erfüllen könnte, welche wären das?
Möglichst lange gesund bleiben. Darf ich mir das auch dreimal wünschen?
Frau Gerber, herzlichen Dank für das Interview.
Ich danke Ihnen für die anregenden Fragen!
Frau Regula Gerber hat im Dezember 2006 als dipl. Erwachsenenbildnerin HF an der SELF abgeschlossen.
Ihre Diplomarbeit hat sie dem Thema „Entscheidungsprozesse und Intuition“ gewidmet.
Sie arbeitet als Vollzeitberufsbildnerin und Gleichstellungsbeauftragte
im Bundesamt für Informatik und Telekommunikation, Bern.
Sie wohnt im Kanton Solothurn.

An dieser Stelle werden wir bald Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildner in ihrem Berufsalltag begleiten können.
Fragen wie etwa: was machen Sie genau? welche Perspektiven hat ihnen die Ausbildung an der praxisorientierten Höheren Fachschule für Erwachsenenbildung, Leitung und Führung SELF eröffnet? oder in welchen "unbekannten" Unternehmen arbeiten Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildner?
Solche und weitere Fragen werden wir hier zu beantworten versuchen..
Sie dürfen gespannt sein - wir sind es auch!